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RICHTIG ZITIEREN: Alle Zitierarten mit Beispielen

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Prolog zum richtigen Zitieren

Mit Furcht und großer Unsicherheit begegnen viele dem Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten, wie der Bachelorarbeit oder Masterarbeit. In einer Flut von verschiedensten Vorgaben und Regeln fühlt sich so manch einer im Stich gelassen und jeder Lehrstuhl scheint eigene Maßstäbe zu haben. Allerdings wird wie überall auch hier nur mit Wasser gekocht, und wenn man die Grundidee des Zitierens verstanden hat, erscheint vieles klarer.

Richtiges Zitieren verleiht einer Arbeit, wie zum Beispiel der Dissertation, die Wissenschaftlichkeit. Neue Erkenntnisse entstehen dadurch, dass auf Vorwissen anderer Wissenschaftler aufgebaut wird, aus dem Lernen aus Fehlern der Vorgänger oder gestützt durch bahnbrechende Erkenntnisse anderer. Dies darf aber nie klammheimlich geschehen: Die Integration fremden Gedankenguts in den eigenen Text muss so gekennzeichnet sein, dass jeder Urheber gewürdigt wird. Dies ist die Grundidee des Zitierens, eigentlich ganz einfach …

Hat man sich für eine Zitationsweise, Harvard- oder klassische Zitierweise, entschieden (oder hält sich an die Vorschriften des Lehrstuhls/Instituts), kann die eigentliche Schreibarbeit beginnen. Egal ob Harvard oder Fußnotensystem, die formalen Anforderungen an Zitate und wie diese übernommen werden sind dieselben. Während das Zitationssystem festlegt, wie der Nachweis der Ursprungsquelle geregelt ist, folgt das eigentliche Zitieren, d. h. die Übernahme fremder Gedanken/die Textintegration auf verschiedenen Wegen. Ein Zitat kann nicht nur direkt wiedergegeben, sondern beispielsweise auch paraphrasiert werden.

Weiterhin stellt sich die Frage, wie lang das übernommene Zitat sein kann/darf und ob es Grenzen gibt. Außerdem: Wie wird abgekürzt, wenn überhaupt? Kann ein Zitat auch verkürzt werden und wie geht man da vor? Diese und andere Fragen zu formalen Vorschriften des Zitierens werden uns nun für eine Weile in Beschlag nehmen.

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Zitate passen sich (wie ein Chamäleon) der Umgebung an: Verschiedene Zitatarten

Zitate können auf verschiedene Weise in den eigenen Text übernommen werden. Wichtig ist hierbei, dass sie sich immer der Umgebung, d. h. dem Satzbau des eigenen Textes anpassen beziehungsweise in diesen so integriert werden, dass sich die wissenschaftliche Arbeit hinterher auf flüssig liest. Es kann wörtlich/direkt zitiert werden, also Zitate werden unverändert übernommen (Originalzitat) (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 124).

Die andere Möglichkeit ist, indirekt zu zitieren, das heißt, den Inhalt zu paraphrasieren und nur sinngemäß, aber nicht wörtlich wiederzugeben (vgl. Gruber, Huemer, Rheindorf 2009: 145). Außerdem kann ein Zitat auch ein Verweis auf weiterführende Literatur oder ein übernommenes Zitat sein, wenn nicht aus der Originalquelle zitiert werden kann. Kruse fasst diese verschiedenen Zitatarten in einem Überblick zusammen:

Die vier Arten des Zitierens:

  • Wörtliches bzw. direktes Zitat: Ein Originalzitat wird in den eigenen Text eingefügt und durch Anführungszeichen markiert. Die Quellenangabe muss die Seitenzahl enthalten, damit die Quelle wieder auffindbar ist
  • Indirektes Zitat (paraphrasieren): Auch zusammenfassende Wiedergabe genannt. Ein fremder Text wird in eigenen Worten zusammengefasst (paraphrasiert) und in den eigenen Text eingefügt
  • Verweis: Anzeigen von weiterführender, ergänzender oder paralleler Literatur
  • Sekundärzitat (übernommenes Zitat) bzw. Zitat im Zitat: 
    Die Originalquelle konnte nicht aufgefunden werden, deshalb wurde aus einer anderen Quelle (übernommenes Zitat) zitiert.

Wörtliches bzw. direktes Zitat

Wörtliches bzw. direktes Zitat
BeschreibungDer Originaltext des Autors wird wörtlich übernommen (vgl. Samac, Prenner & Schwetz 2009: 103).
TextintegrationRegel 1: Ist durch Anführungszeichen kenntlich zu machen, ähnlich wie wörtliche Rede: „Anfang Zitat … Ende Zitat“ (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 124)
Regel 2: Gekauft wie gesehen: Muss buchstabengetreu wiedergegeben werden, d. h. Zeichensetzung und auch Fehler (z. B. wegen neuer Rechtschreibung) werden übernommen, aber sollten mit [sic] oder [sic!] gekennzeichnet werden, lat. für „so lautet die Quelle“ (vgl. Brauner & Vollmer 2004: 100)
Regel 3: Befindet sich innerhalb des zitierten Satzes/der Sätze ein Zitat des Autors der Quelle, aus der zitiert wird, dann setzt man dieses in einfache Anführungszeichen (vgl. Franck & Stary 2003: 181), „Zitat … ‚Zitat im Zitat‘ … Zitat“.
Regel 4: Auslassungen (Ellipsen) im Zitat: Diese kennzeichnet man durch (…) oder […] (aber nicht am Beginn und am Ende, wenn man nur einen Teilsatz übernimmt); [..] steht für ein ausgelassenes Wort, […] mehr als ein Wort (vgl. Samac, Prenner & Schwetz 2009: 104). Die Aussage darf dadurch aber nicht verändert werden (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 125)!
Regel 5: Wird etwas hinzugefügt oder angepasst, kommt dies in eckige Klammern (vgl. Kruse 2007: 78), eingefügte Hinweise & Anmerkungen/Hervorhebungen werden mit [xxx; Anmerk. d. Verf.]/[Herv. durch den Verf.] (vgl. Kornmeier 2013: 285) ergänzt
Regel 6: Drei-Zeilen-Regel: Ist das übernommene Zitat länger als drei Zeilen, so wird es durch Einrücken vom Rest des Textes abgesetzt (vgl. Winter 2004: 91)
Regel 7: Fremdsprache: Zitate aus dem Englischen müssen nicht übersetzt werden, andere Fremdsprachen aber schon; dies kann nach der ersten Übersetzung durch Anmerkung in einer Fußnote oder in jedem einzelnen Beleg gekennzeichnet werden (vgl. Franck 2004: 298)
Beispiele zum wörtlichen / direkten Zitieren im TextBeispiel 1: Wörtliches bzw. direktes Zitat: (Theisen 2013: 169)
Beispiel direktes bzw. wörtliches Zitat
Beispiel 2: Zitat mit Fehler(n): „Diese Tatsache beweist, das [sic!] kein Zusammenhang besteht“ (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 124).
Beispiel 3: Zitat im Zitat: Dein Text: „Das Handeln ist aber nachträglich explizierbar, und in der hinterherkommenden Reflexion sind die Werte zu erkennen, die dieses Handeln, wie Sartre sagt, wie ‚Rebhühner aufscheucht‘“ (Henningsen 2000, S. 50). Weiter in deinem Text … (aus Franck & Stary 2003: 181)
Beispiel 4: Auslassungen: „Hier ist […] mit verschiedenen Ergebnissen zu rechnen.“
Beispiel 5: Anmerkungen, Anpassungen, Hervorhebungen: „Diese [ausführlichen; Anmerk. d. Verf.] Hinweise zum Umgang mit wörtlichen Zitaten waren keineswegs überflüssig“ (Kaiser 2005, S. 373) (vgl. Kornmeier 2013: 285).
Beispiel 6: Zitate länger als drei Zeilen: (vgl. Winter 2004: 91)
Richtig zitieren langer Zitate
Beispiel 7: Fremdsprachliches Zitat: „Dieses und die folgenden Zitate aus dem Norwegischen übersetzt vom Autor“ (Anmerk. in Fußnote nach erstem Zitat) ODER: (Sörensen 1999, 175 – Übersetzung d. Verf.) (vgl. Franck 2004: 198)
Wissenschaftliche Anwendung• Es können Ausdrücke, Sätze oder auch längere Passagen in den eigenen Text übernommen werden (vgl. Kruse 2007: 77).
• Sollte nur verwendet werden, wenn es ein besonders gelungenes/originelles Zitat ist (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 125), d. h. nur wenn man es selbst nicht besser hätte sagen können und es für die eigene Argumentation eine Bereicherung ist
• Nur sparsam verwenden, da eine Aneinanderreihung von Zitaten keine Eigenleistung darstellt und nichts „Neues“ beiträgt (vgl. Andermann, Drees & Grätz 2006: 95)
Zu beachten: Die Herausforderung des direkten Zitierens besteht darin, dieses so in den eigenen Satzbau zu integrieren, dass sich der Text flüssig und angenehm liest und die direkten Zitate so gewählt sind, dass sie dem Text zusätzliche Aussagekraft verleihen. Es kann auch der Autorenname explizit genannt werden, z. B. Winter betont: „(Zitat) …“ (2004: 20) statt: „Zitat …“ (Winter 2004: 20). So wird die Integration direkter Zitate abwechslungsreich gestaltet.

Indirektes Zitat (paraphrasieren)

Indirektes Zitat (paraphrasieren)
Beschreibung„Nicht-wörtliche Übernahmen von oder Anlehnungen an Gedanken und Ausführungen anderer Autoren“ (Rossig & Prätsch 2005: 126)
TextintegrationRegel 1: Indirekte Zitate stehen nicht in Anführungszeichen (vgl. Brauner & Vollmer 2004: 101)
Regel 2: Hier wird der Gedankengang bzw. die Logik/das Argument eines anderen Autoren/Autorin wiedergegeben, nur in eigenen Worten, sodass Grundgedanke und Sinn erhalten bleiben (vgl. Samac, Prenner & Schwetz 2009: 106).
Regel 3: Der Gedanke eines anderen Autors soll nicht nur umformuliert, sondern möglichst kondensiert und prägnant dargestellt werden (vgl. Stickel-Wolf & Wolf 2013: 231); den Inhalt in eigenen Worten darstellen (vgl. Kornmeier 2013: 286).
Regel 4: Auch indirekte Zitate müssen genau markiert sein, d. h. es muss ersichtlich sein, wo diese beginnen und enden (und die eigene Argumentation anschließt) (vgl. Kruse 2010: 114)
Regel 5: Indirekte Zitate können durch Phrasen eingeleitet werden, z. B. Nach Meinung der Autors …, So betont der Autor …, Dieser Umstand sei …, Die folgende Darstellung lehnt sich an … ODER Der Autor betont zu Recht, dass … Ohne indes zu begründen, stellt der Autor … (falls es die Argumentation erfordert, sich von dem fremden Gedankengang abzugrenzen, es Beweise für die Widerlegung gibt etc.) (vgl. Kornmeier 2013: 287-88)
Regel 6: In der Quellenangabe (entweder Harvard-Zitierweise gleich im Anschluss an das „gedankliche“ Zitatende oder in einer Fußnote) deutet der Hinweis „vgl.“ darauf hin, dass es sich um ein indirektes Zitat handelt (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 126).
Regel 7: Das „Vgl.“ entfällt, wenn der Autor namentlich genannt wird (vgl. Karmasin & Ribing 2014: 124).
Beispiel zum indirekten ZitatBeispiel zum indirekten Zitat: (Theisen 2013: 175)
Beispiel indirektes Zitat
Hinweis: Jedes Zitat muss überprüfbar und einwandfrei nachvollziehbar sein.
Wissenschaftliche Anwendung• Lässt sich sehr gut in den eigenen Text integrieren aufgrund der eigenen Wortwahl und trägt zur Kohärenz bei
• Sollte genau wie das wörtliche Zitat nur sparsam verwendet werden, da auch eine Aneinanderreihung indirekter Zitate (das heißt der Gedanken anderer) ohne Reflexion und Interpretation keine Eigenleistung darstellt (vgl. Andermann, Drees & Grätz 2006: 95)
• Fremdes Gedankengut kann kurz und präzise wiedergegeben werden, ohne dass es notwendig wird, eine lange Passage zu zitieren, was den Lesefluss stört; oftmals dreht sich alles nur um den Kerngedanken selbst.
• Ist der Regelfall des Zitierens (vgl. Kruse 2007: 78), da wörtliche Zitate nur gewählt werden sollten, wenn sie besonders prägnant sind
Zu beachten: Selbst wenn es sich bei indirekten Zitaten um die eigene Wortwahl handelt, muss der geistige Eigentümer genannt werden, denn ansonsten handelt es sich hier um ein Plagiat (vgl. Theisen 2013: 174)!

Achtung! Sowohl für direkte (wörtliche) als auch indirekte (sinngemäße) Zitate gilt:

  • Die genaue Seitenzahl der Quelle muss angegeben werden, um zu garantieren, dass im Zweifelsfall jedes einzelne wörtliche bzw. paraphrasierte Zitat gefunden werden kann (vgl. Samac, Prenner & Schwetz 2009: 103; Kruse 2010: 114).
  • Hat das zitierte Werk drei Autoren (bis max. 5), werden diese alle beim ersten Erwähnen genannt (Müller, Meier & Schulz 2000: 3); direkt hinter dem Zitat (Harvard) oder in einer Fußnote. Ab dann wird nur noch der erste Autorenname genannt und mit et al. (oder a. verwendet) auf die weiteren verwiesen (Müller et al. 2000:3). Bei mehr als fünf Autoren wird gleich et al. verwendet (vgl. Nitsch et al. 1994: 173-74).
  • Erstreckt sich das Zitat auf zwei aufeinanderfolgende Seiten, schreibt man z. B. „S. 1 f.“; bei mehr als zwei Seiten entweder „S. 1 f.“ ODER „S. 1-4“ (vgl. Kornmeier 2013: 289).

Tipp: Bachelorarbeit schreiben mit Beispielen

Wichtig: Zitate sollten nie nur aneinandergereiht werden. Auch empfiehlt es sich in wissenschaftlichen Abschlussarbeiten, nicht nur durchweg entweder direkt oder nur indirekt zu zitieren. Die Mischung macht´s“: Am besten zwischen beiden Zitatarten wechseln, trennen, was sich als Material für wörtliche Zitate eignet und was nur paraphrasiert von Nutzen ist. Daraus geschickt ein Geflecht aufbauen aus direkten und indirekten Zitaten durchwirkt mit eigener Interpretation.  

Verweise

Der Verweis
BeschreibungQuerverweis zu anderen Quellen, die Ähnliches belegen, oder zu weiterführender Literatur (vgl. Kruse 2010: 115)
TextintegrationRegel 1: Gibt nur einen kurzen Hinweis darauf, wo sich der Leser über eine Theorie, einen Begriff, ein System etc. genauer informieren will (vgl. Kruse 2007: 79).
Regel 2: Es kann auch Bezug auf den Wissensstand einer Fachdisziplin genommen werden (Analysemethoden, Modelle, Theoriekonzepte) (vgl. Gruber, Huemer & Rheindorf 2009: 146).
Regel 3: Hier wird „siehe“ oder „siehe auch“ verwendet (siehe Müller 2000: 4) als Wissensnachweis und Leserservice für weiterführende Informationen (vgl. Franck 2004: 300).
Beispiele für VerweiseBeispiel 1:
Das MLA-System (Gibaldi 2002) ist speziell für Geistes- und Literaturwissenschaftler geeignet, die ausführliche Fuß- oder Endnoten verwenden müssen (vgl. Kruse 2007: 79).

Beispiel 2:
Eines der bedeutendsten Werke zur schwedischen Phonotaktik stellt Sigurds Phonotactic Structures in Swedish (1965) dar (vgl. Gruber, Huemer & Rheindorf 2009: 146).
Wissenschaftliche Anwendung• Sinnvoll, wenn man einen Themenaspekt nicht näher beleuchten kann, da er für das Ziel nicht relevant ist; außerdem kann man zeigen, dass andere ähnliche Ergebnisse hatten, und so die Argumentation stärken (vgl. Franck 2004: 300).
• Kann deutlich machen, dass andere Autoren eine andere Auffassung vertreten („siehe dagegen …“) oder eine umfassendere Darstellung zu einem Thema bieten („siehe zusammenfassend …“) oder ein Thema noch weiterführend und in der Tiefe behandeln („siehe hierzu auch …“) (vgl. Nitsch et al. 1994: 170).

Sekundärzitat (übernommenes Zitat)

Wie der Ausdruck „übernommenes Zitat“ schon andeutet, handelt es sich hier nicht um ein eigenes Zitat, sondern ein Zitat in der zitierten Quelle, welches man übernimmt, ohne die Originalquelle vorliegen zu haben. Dies sollte wirklich nur dann verwendet werden, wenn es unmöglich war, das Originalwerk zu finden, und man so nur aus einer sekundären Quelle zitieren kann (vgl. Kruse 2010: 115).

Hat man also keinen Zugriff auf die Originalquelle, muss man dies auch beim Zitieren deutlich machen. Zunächst muss das Original genannt werden, im Anschluss, welchem vorliegenden Werk dies entnommen wurde. Dazu nutzt man die Abkürzung zit. n. für zitiert nach, z. B. (Müller 2001: 14, zit. n. Gruber 2007: 38) (vgl. Gruber, Huemer & Rheindorf 2009: 147). Hier wird also (Müller 2001) zitiert, doch das Zitat wird von (Gruber 2007) entnommen, welcher die Originalquelle (Müller 2001) vorliegen hatte.

Tipp: Argumentation schreiben mit Beispielen

Besonderheiten beim Sekundarzitat

Sekundarzitate sollten nur ein Ausnahmefall in der Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation sein. Theisen bezeichnet übernommene Zitate als „Gebrauchtzitate“, denn wie ein Gebrauchtwagen, der funktionieren kann (oder eben nicht), wird man auch hier oft enttäuscht (vgl. 2013: 177). Prinzipiell ist es ähnlich wie „Flüsterpost“: Auch wenn man sich noch so bemüht, etwas richtig weiterzuflüstern, kommt am Ende ein Humbug heraus, der mit dem Ursprungswort kaum noch etwas zu tun hat. Auch die wiederholte Übernahme von Zitaten kann zu einer Verfälschung des Originalzitates führen.

Zu beachten: Verlass dich nicht auf die Sekundärquelle, sondern prüfe anhand der Originalquelle, ob ein Zitat richtig übernommen wurde (vgl. Stickel-Wolf & Wolf 2013: 232). Natürlich stellt es einen Mehraufwand dar, die Originalquellen zu recherchieren und zu lesen – gerade für eine Abschlussarbeit sollte man sich diese Mühe aber machen. Ansonsten kann es negativ auf dich zurückfallen, denn es ist ein gutes (oder eben schlechtes) Zeugnis deiner Recherchearbeit und auf diese stützt sich letztlich deine Arbeit.

Fazit

  • Fremde Gedanken und Ideen können auf unterschiedliche Weise in den eigenen Text mit aufgenommen werden: Wichtig dabei ist, dass immer der Urheber angegeben werden muss, egal, wie zitiert wird, denn sonst handelt es sich um ein Plagiat.
  • Man unterscheidet diese vier grundlegenden Zitatarten: wörtliches/direktes Zitat, sinngemäßes/indirektes Zitat, Verweis und Sekundärzitat/übernommenes Zitat.
  • Jedes dieser vier Arten wird in den eigenen Text miteingeflochten und es gelten unterschiedliche formale Vorschriften.
  • Das direkte Zitat führt die Liste der Formalien an, denn es wird direkt aus der Quelle übernommen, muss buchstabengetreu wiedergegebenen und gleichzeitig in den eigenen Satzbau eingepasst werden.
  • Das indirekte Zitat ist eine Paraphrase des fremden Gedankenguts in eigenen Worten.
  • Der Verweis untermauert das eigene Argument oder gibt Hinweise auf Quellen, die gegensätzlicher Meinung sind, oder auf weiterführende Literatur.
  • Beim Sekundärzitat liegt die Originalquelle nicht vor, sondern man übernimmt ein Zitat aus einer Sekundärquelle, welches man selbst nicht geprüft hat. Dies kann dazu führen, dass man ein fehlerhaftes Zitat übernimmt: Daher sollten Sekundärzitate vermieden werden! Der beste Rat ist immer, aus der Originalquelle zu zitieren.

Quellennachweise

Andermann, Ulrich, Martin Drees & Frank Götz. 2006. Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten? 3. Aufl. Mannheim: Dudenverlag.

Brauner, Detlef Jürgen & Hans-Ulrich Vollmer. 2004. Erfolgreiches wissenschaftliches Arbeiten – Seminararbeit Diplomarbeit Doktorarbeit. Sternenfels: Verlag Wissenschaft und Praxis.

Franck, Norbert. 2004. Handbuch Wissenschaftliches Arbeiten. Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag.

Franck, Norbert & Joachim Stary. 2009. Die Technik des wissenschaftlichen Arbeitens. 15. Aufl. Paderborn: Ferdinand Schöningh.

Gruber, Helmut, Birgit Huemer & Markus Rheindorf. 2009. Wissenschaftliches Arbeiten – Ein Praxisbuch für Studierende. Wien: Böhlau Verlag.

Karmasin, Matthias & Rainer Ribing. 2014. Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. 8. Aufl. Wien: Facultas.

Kornmeier, Martin. 2013. Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht – für Bachelor, Master und Dissertation. 6. Aufl. Bern: Haupt.

Kruse, Otto. 2007. Keine Angst vor dem leeren Blatt – Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 12. Aufl. Frankfurt: Campus.

Kruse, Otto. 2010. Lesen und Schreiben – Der richtige Umgang mit Texten im Studium. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft.

Nitsch, Jürgen R. et al. 1994. Der rote Faden – Eine Einführung in die Technik wissenschaftlichen Arbeitens [Betrifft: Psychologie & Sport: Sonderband 22]. Köln: bps-Verlag.

Rossig, Wolfram E. & Joachim Prätsch. 2005. Wissenschaftliche Arbeiten. 5. Aufl. Weyhe: PRINT-TEC.

Samac, Klaus, Monika Prenner & Herbert Schwetz. 2009. Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule. Wien: Facultas.

Stickel-Wolf, Christine & Joachim Wolf. 2013. Wissenschaftliches Arbeiten und Lerntechniken – Erfolgreich studieren – gewusst wie! 7. Aufl. Wiesbaden: Springer Gabler.

Theisen, Manuel René. 2013. Wissenschaftliches Arbeiten – Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit. München: Franz Vahlen.

Winter, Wolfgang. 2005. Wissenschaftliche Arbeiten schreiben. 2. Aufl. Frankfurt: Redline Wirtschaft.

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