Abstract schreiben – Beispiele für Bachelorarbeit & Masterarbeit

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Abstract schreiben mit Beispielen

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An einigen Lehrstühlen ist es üblich zur Abschlussarbeit ein Abstract mit abzugeben. Aber worum handelt es sich eigentlich bei einem Abstract?

Er gibt kurz und knapp die wichtigsten Inhalte deiner Arbeit wieder und dient dazu dem Leser deiner wissenschaftlichen Arbeit einen ersten Überblick zu verschaffen. Diese kurze Zusammenfassung gibt dem Leser die Möglichkeit schnell festzustellen, ob sich ein tiefer gehendes lesen der Arbeit für Ihn lohnt.

In diesem Beitrag haben wir einige Information zum Inhalt, sowie die Unterschiede zur Einleitung und zum Schlussteil für dich zusammengefasst.

Häufig gestellte Fragen

Der Abstract ist nicht zu verwechseln mit der Einleitung deiner Arbeit. Anders als bei der Einleitung, die als Einführung für den Leser gilt,  sollte der Abstract kurz und prägnant verfasst werden und deine komplette Arbeit zusammenfassen.

Die Länge des Abstracts beträgt meist eine halbe bis max. eine Seite. Weitere Informationen rund um den Abstract bekommst du in diesem Blogbeitrag!

In einem Abstract  benennst du die Forschungsfrage und das Ziel deiner Arbeit, außerdem die wichtigsten Thesen und Methoden sowie eventuell die wesentlichen Ergebnisse du du erzielt hast. Wichtig dabei ist, den Abstract kurz und prägnant zu halten.

Der Abstract steht meist noch vor dem Inhaltsverzeichnis, sprich direkt nach dem Deckblatt.  Deshalb ist dem Abstract auch kein Gliederungspunkt zugeordnet.

Definition: Abstract schreiben

Der Abstract ist eine Kurzzusammenfassung einer wissenschaftlichen Arbeit, er wird dieser vorangestellt. Ein Abstract enthält alle wichtigen Informationen in Kürze zu Forschungshintergrund, Aufbau, Methodik, Datenauswertung und auch die Forschungsergebnisse. Bei einem Abstract handelt es sich aber nicht um einen Buchklappentext der Spannung aufbauen soll – im Gegenteil, das Darstellen der Ergebnisse hilft dem Leser, die Relevanz der Arbeit zu beurteilen. Das Abstract schreiben bedeutet also, all diese wichtigen Dinge zu berücksichtigen.

Der Abstract sollte nicht länger als ein bis zwei Seiten sein und darf nie mit dem Schlussteil verwechselt werden, da er unabhängig vom Text zu verstehen ist. Oft wird ein Abstract in englischer Sprache gefordert, beispielsweise zur Bewerbung auf internationalen Konferenzen.

Fakten zum Abstract

Fakten Erklärung zum Abstract
Was ist ein Abstract? Ein Abstract ist eine Kurzzusammenfassung einer wissenschaftlichen Arbeit
Wofür ist ein Abstract? Das Abstract dient dazu ohne großen Leseaufwand entscheiden zu können, ob es sich lohnt die ganze Arbeit zu lesen, weil die Ergebnisse relevant sind
Wohin gehört das Abstract? Der Abstract wird der Arbeit vorangestellt, zwischen Deckblatt und Inhaltsverzeichnis
Wann schreibst du das Abstract? Der Abstract wird als letztes verfasst, eine präzise Zusammenfassung gelingt erst, wenn die komplette Arbeit geschrieben ist
Wie lang ist ein Abstract? Etwa ein Drittel einer Seite bis zu einer Seite (bemisst sich an der Länge der Arbeit, maximal aber zwei Seiten lang) ist für den Abstract vorzusehen
Inhalte des Abstracts 1. Problemstellung
2. Forschungsfrage
3. Methoden um die Forschungslücke zu schließen (Untersuchungsverfahren)
4. wichtigste Ergebnisse
5. Interpretation
Jeder dieser Punkte soll in wenigen Sätzen wiedergegeben werden
In welcher Sprache soll das Abstract sein? Oft ist eine englische Übersetzung des Abstracts gefragt, um die Arbeit international zugänglich zu machen

Abstract schreiben

Bei kürzeren Arbeiten wie der Seminararbeit oder Hausarbeit entfällt der Abstract selbstverständlich meist, da diese keine neuen Forschungsergebnisse präsentieren bzw. nicht in irgendeiner Form veröffentlicht werden. Dagegen werden Abstracts in der Bachelorarbeit, Masterarbeit und Dissertation von immer mehr Bildungsinstituten gefordert.

In diesem Beitrag wird auf alle relevanten Punkte für das Abstract schreiben eingegangen und hilfreiche Beispiele für den Abstract geliefert. Nimm dir einen Augenblick Zeit und erfahre die wichtigsten Punkte für den Abstract.

Auch nützlich: Bachelorarbeit schreiben

Abstract: Inhalt

Da dem Leser im Abstract in Kürze alles präsentiert wird, was essenziell für deine Arbeit ist, gilt für das Schreiben des Abstracts insbesondere eines: Der Abstract ist kein Klappentext, wie man ihn auf der Rückseite eines Romans findet. Deine wissenschaftliche Arbeit ist kein Kriminalroman, in dem es gilt, die Spannung aufrechtzuerhalten und nichts preiszugeben. Ganz im Gegenteil: Man lässt beim Abstract sprichwörtlich die Katze aus dem Sack und legt die Ergebnisse, zu denen man gelangt ist, offen.

Tipp:

Nutze dies zu deinem Vorteil, um schnell zu wissen, ob und wie sich beispielsweise die Ergebnisse einer Sekundärquelle dazu eignen, die eigene Argumentation zu stützen. Gerade die Diskussion kontroverser Themen benötigt diverse Belege: Der Abstract einer Sekundärquelle zeigt sofort die Richtung an und hilft bei der Materialauswahl.

Der Abstract soll wichtige Punkte enthalten wie Fragestellung, Zweck, Reichweite, Grenze, Untersuchungsdesign, Methode, Hauptergebnisse, wichtigste Botschaft, Hauptinterpretationen und -folgerungen, Beweiskraft (vgl. Schnur 2005 zitiert in Theisen 2013: 101). Ein Abstract zu schreiben, heißt also auch die Konzentration zu wahren, um all diese Bestandteile abzudecken.

Wichtig: Zu betonen ist für den Abstract vor allem, dass du „nicht nur [schreibst], was [du] gemacht ha[st], sondern zu welchen Ergebnissen [du] gekommen [bist], was nun der Wissenszuwachs ist, welche Erkenntnisse gewonnen wurden“ (Samac, Prenner & Schwetz 2009: 56).

Die Struktur der Arbeit wird auch für das Abstract schreiben übernommen:

Gliederung eines Abstracts Inhalt im Abstract
Abstract Einleitung Forschungsfrage, Forschungskontext, Forschungslücke, aufgestellte Hypothesen
Methode Forschungslücke schließen: Methoden, Untersuchungs- und Auswertungsverfahren
Ergebnisse Wichtigste Ergebnisse (positiv und negativ)
Diskussion Interpretation der Ergebnisse im Abstract: Empfehlungen für die praktische Arbeit, weitere Forschung, Theoriediskussionen usw.

(adaptiert von Kruse 2007: 186)

Zu beachten: Jeder Gliederungspunkt sollte beim Abstract schreiben in kurzer Form wiedergeben, was in der Arbeit enthalten ist, in etwa zwei Sätzen jeweils (vgl. Kruse 2007: 186).

Abstract: Beispiele

Abstract Beispiel 1: Englischer Abstract mit Gliederungspunkten

Abstract Beispiel 1.

Abstract Beispiel 2: Englischer Abstract einer Magisterarbeit mit Schlagworten

Abstract Beispiel 2.

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Abstract schreiben Hilfe Beispiel Gliederung

Auch nützlich: Doktorarbeit mit *Note 1,0*

Internationale Zusammenfassung

Um Veröffentlichungen jeglicher Art für den internationalen Markt zugänglich zu machen, wird häufig nicht nur ein deutscher Abstract, sondern auch eine englische Kurzfassung der Arbeit verlangt. Zum Teil wird sogar nur ein englischer Abstract gefordert. Samac, Prenner & Schwetz merken an, dass im Rahmen einer Bachelorarbeit die Kurzzusammenfassung „auf der gleichen Seite in gut lesbares Englisch [zu übersetzen ist], was internationalen Gepflogenheiten entspricht“ (2009: 56). Einen Abstract schreiben bedeutet auch, gerade bei einer Fremdsprache, sehr genau auf Rechtschreibung und Grammatik zu achten.

Auch nützlich: Rhetorische Mittel für einen gehobenen Stil

Abstract Beispiel auf Englisch und Deutsch

Abstract englisch deutsch

(aus Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte. 2000: 395 – 412)

Tipp: Außerdem können auch passende Schlagworte in den Abstract eingefügt werden. Dies ermöglicht einen schnellen Überblick der Hauptthemen deiner Arbeit (vgl. Oertner, St. John & Thelen 2014: 30).

Zu beachten: Die englische Wissenschaftssprache unterscheidet sich von der deutschen, daher ist es für den Abstract auf englisch empfehlenswert, wissenschaftliche Arbeiten in englischer Sprache zu lesen, um einen Überblick des Aufbaus und Stils zu bekommen (vgl. Karmasin & Ribing 2014: 45).

Abstract: Position

Natürlich stellt sich die Frage, wo der Abstract einer wissenschaftlichen Arbeit, wie in der Dissertation, stehen sollte: am Anfang oder doch lieber am Ende? Es ist gängig, den Abstract am Anfang der Arbeit einzufügen (vgl. u. a. Rossig & Prätsch 2005: 89; Samac, Prenner & Schwetz 2009: 56), schließlich ist es hilfreich für den Leser, auch um den Überblick über eine längere Arbeit zu behalten. Stickel-Wolf & Wolf empfehlen, den Abstract zwischen Deckblatt und Inhaltsverzeichnis einzubetten (2013: 249).

Schreibt man den Abstract auch als Erstes, wenn er doch am Anfang steht? Nein, denn natürlich kann eine präzise Zusammenfassung erst gegeben werden, wenn die gesamte Arbeit erstellt wurde, Ergebnisse und deren Interpretation herausgearbeitet sind (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 89).

Tipp: Ziehe die benötigten Informationen für den Abstract aus deinem Schlussteil, denn dieser soll die Forschungsfrage aufgreifen und auch die erlangten Ergebnisse zusammenfassen (vgl. Stickel-Wolf 2013: 249).

Abstract vs. Einleitung

Häufig wird der Abstract mit der Einleitung gleichgesetzt, dass ist allerdings nicht richtig. Im Abstract erläuterst du einem möglichen Leser kurz und prägnant um was es in deiner Bachelorarbeit oder Dissertation geht. Dazu gehört die Forschungsthese, die Forschungsmethode und die abschließenden Ergebnisse.

Im Unterschied dazu, ist die Einleitung zum einen viel ausführlicher, zum anderen zeigst du in der Einleitung nur auf, was deine Forschungsfrage ist, weshalb du sie gewählt hast und in wie weit du sie eingegrenzt hast. Du nimmst in der Einleitung also noch keine Forschungsergebnisse vorweg wie beim Abstract.

Inhalt des Abstracts

  • Problemstellung
  • Forschungsthese
  • Forschungsmethode
  • Aussagekräftigste Ergebnisse
  • Schlussfolgerung

Inhalt der Einleitung

  • Relevanz des Themas
  • Deine Forschungsfrage
  • Vorgehensweise

Mehr zum Thema Einleitung schreiben findest du hier:

Wieso ein Abstract niemals „abstrakt“ ist

Das deutsche Äquivalent Kurzzusammenfassung hört man eher selten, stattdessen wird dem englischen Begriff Abstract den Vorzug gegeben. Dies heißt nichts anderes als „Auszug“, manchmal wird dies auch als Summary, also deutsch Zusammenfassung bezeichnet (Oertner, St. John & Thelen 2014: 93). Auch wenn dies sehr allgemein klingt: Wenn du angewiesen wirst, für deine Bachelorarbeit, Diplomarbeit oder Masterarbeit einen Abstract zu schreiben, wird von dir eine sehr kurze und präzise Zusammenfassung deiner gesamten Arbeit erwartet.

Denn „ein Abstract ist eine Zusammenfassung eines Artikels oder einer Veröffentlichung auf etwa einem Drittel einer DIN-A4-Seite“ (Kruse 2007: 185). Eine ungefähre Richtlinie für die Wortanzahl geben Stickel-Wolf & Wolf vor, indem sie die Wortobergrenze bei 100 Wörtern setzen (2013: 249).

Tipp: Generell lässt sich sagen, dass der Abstract bei Diplomarbeiten bzw. Bachelorarbeiten und Masterarbeiten die Länge von ein bis zwei Seiten nicht überschreiten sollte (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 89). Schließlich soll es eine kurze Zusammenfassung sein, die einen schnellen Überblick über eine z. B. 60- bis 80-seitige Arbeit liefert.

Ein Abstract findet seine Existenzberechtigung in erster Linie darin, „einem potentiellen Leser zu helfen, ohne großen Leseaufwand darüber zu entscheiden, ob er sich tiefer in die Arbeit einlesen soll“ (Rossig & Prätsch 2005: 89). Ein Abstract muss also in wenigen Worten alles bieten, was für den Leser nötig ist, um über die Relevanz der wissenschaftlichen Arbeit zu entscheiden.

Achtung: false friends! Ein Abstract enthält nur konkrete Angaben und außerdem „nichts, was nicht in der Arbeit steht“ (Kruse 2007: 186).

Tipp: Für die eigene Literaturrecherche empfiehlt sich die Orientierung an Abstracts, die üblicherweise den meisten wissenschaftlichen Artikeln vorausgehen (vgl. Oertner, St. John & Thelen 2014: 80). Lies also zunächst aufmerksam den Abstract und den gesamten Artikel erst dann, wenn aus der Zusammenfassung hervorgeht, dass dieser für die Argumentationsstruktur der eigenen Arbeit nützlich ist. Als Orientierung werden in diesem Beitrag wertvolle Abstract Beispiele geliefert.

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Abstract vs. Schlussteil/Fazit

!Vorsicht!: Der Abstract ist kein Schlussteil und unterscheidet sich von diesem! Lies am besten die Beispiele!

Abstract Schlussteil/Fazit
Sehr kurz: meist nicht mehr als 150 Wörter (vgl. Kruse 2007: 186) Ausführlicher: „Zusammenfassung und Diskussion“ oder „resümierende Zusammenfassung“ (vgl. Kruse 2007: 186)
Der Abstract steht am Anfang der Arbeit Steht am Ende der Arbeit
Kein Teil des Textes, kein Teil der Gliederung/des Inhaltsverzeichnisses (vgl. Rossig & Prätsch 2005: 89) Teil des Textes, wird in die Gliederung und in das Inhaltsverzeichnis mit aufgenommen
Ohne Bewertung durch den Verfasser: Wiedergabe des Inhaltes/der Ergebnisse (vgl. Theisen 2013: 101) Bewertung und Schlussfolgerung auf Basis der ausgewerteten Sekundärquellen und/oder eigener Daten
Unabhängig vom Text verständlich, z. B. in einer Datenbank (vgl. Kruse 2007: 186) Integrierter Teil des Textes: nur im Gesamtzusammenhang verständlich (vgl. Kruse 2007: 186)

Fazit

  • Ein Abstract ist eine kurze Zusammenfassung einer wissenschaftlichen Arbeit, die dieser vorangestellt wird.
  • Der Abstract sollte die Länge von 1 bis 2 Seiten nicht überschreiten (optimal auf einer Seite) und sehr komprimiert Informationen über Aufbau, Argumentation/Methode und vor allem Ergebnisse der Arbeit geben (vgl. Oertner, St. John & Thelen 2014: 93).
  • Ziel des Abstracts ist es, dem Leser eine schnelle Einschätzung der Relevanz eines wissenschaftlichen Textes zu geben; auch die eigene Recherche wird dadurch vereinfacht.
  • Der Abstract unterscheidet sich ganz klar vom Schlussteil der Arbeit: Er ist kürzer, unabhängig vom Text zu verstehen und enthält auch keine eigene Bewertung, die nicht schon im Text vorkommt (vgl. Kruse 2007: 186).
  • Ein Abstract in englischer Sprache bzw. eine englische Übersetzung des Abstracts wird in internationalisierten Fachdisziplinen gefordert.

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Quellennachweise

Karmasin, Matthias & Rainer Ribing. 2014. Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. 8. Aufl. Wien: Facultas.

Kruse, Otto. 2007. Keine Angst vor dem leeren Blatt – Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 12. Aufl. Frankfurt: Campus.

Oertner, Monika, Illona St. John & Gabriele Thelen. 2014. Wissenschaftlich Schreiben – Ein Praxisbuch für Schreibtrainer und Studierende. Paderborn: Wilhelm Fink.

Rossig, Wolfram E. & Joachim Prätsch. 2005. Wissenschaftliche Arbeiten. 5. Aufl. Weyhe: PRINT-TEC.

Samac, Klaus, Monika Prenner & Herbert Schwetz. 2009. Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule. Wien: Facultas.

Stickel-Wolf, Christine & Joachim Wolf. 2013. Wissenschaftliches Arbeiten und Lerntechniken – Erfolgreich studieren – gewusst wie! 7. Aufl. Wiesbaden: Springer Gabler.

Theisen, Manuel René. 2013. Wissenschaftliches Arbeiten – Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit. München: Franz Vahlen.

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