Interne Validität – glaubwürdige Ergebnisse erhalten

Lesedauer: 6 Minuten
So hilfreich ist dieser Beitrag 0
Bewertung abgeben 0 Kundenbewertungen
Interne Validität-Definition

Bei wissenschaftlichen Arbeiten ist es das A und O, dass eine Nachforschung genau das umfasst, was Gegenstand der Arbeit sein soll und die Ergebnisse der Untersuchungen dazu präzise Nachweise liefern. Diese Bedingung wissenschaftlicher Forschungsarbeit wird unter anderem durch die Kriterien der internen und der externen Validität überprüft. Vor allem die interne Validität spielt für die Aussagekraft der wissenschaftlichen Untersuchung eine ganz entscheidende Rolle.

Interne Validität „einfach erklärt“

Die interne Validität ist die Basis für jede weitere Forschung. Sie stellt sicher, dass bei Untersuchungen das Ursache-Wirkungs-Verhältnis zwischen unabhängigen und abhängigen Variablen gegeben ist.

Definition: Interne Validität

Die Validität ist neben der Objektivität und der Reliabilität eines der drei Gütekriterien von wissenschaftlichem Arbeiten und der empirischen Sozialforschung. Sie wird in die interne Validität und externe Validität unterteilt. Durch die interne Validität wird der korrekte Kausalzusammenhang der Untersuchung festgestellt. Grundsätzlich erfolgt die wissenschaftliche Testung dadurch, dass eine ansonsten unabhängige Variable (UV) verändert wird und die Veränderungen von Werten der abhängigen Variablen (AV) gemessen werden.

Um allerdings wirklich aussagekräftige Ergebnisse der Untersuchungen zu erhalten, ist es wichtig, dass die Werte nur auf die geplanten Veränderungen der UV zurückzuführen sind. Es ist für den Wert der Forschung also das A und O, dass eventuelle Störeinflüsse ausgeschlossen werden, die den exakten Beweis torpedieren. Die interne Validität ist das Kriterium, das einer empirischen Untersuchung ihre Beweiskraft und somit ihren Wert gibt.

Die interne Validität ist also bei allen Experimenten wichtig, die eine Variable ändern, um dann die jeweiligen Auswirkungen zu untersuchen. Sie ist für wissenschaftliches Arbeiten essentiell – denn nur dann, wenn Änderungen der abhängigen Variable eindeutig durch das Ändern der unabhängigen Variable zurückzuführen sind, kann man davon ausgehen, dass die Untersuchung unverfälscht und präzise interpretiert werden kann.

Oder anders gesagt: Je mehr Möglichkeiten es gibt, die das Ergebnis einer wissenschaftlichen Testung erklären, umso weniger Aussagekraft kann den Ergebnissen beigemessen werden. Das Ausschalten von eventuellen Störeinflüssen ist also essentiell, um eine bestmögliche interne Validität sicherzustellen.¹

Beispiel für interne Validität

Es soll getestet werden, ob sich die Lernfähigkeit von Schülern verbessert, wenn sie vor einer Unterrichtseinheit ein Sportprogramm absolviert haben. Die Schüler werden dazu in zwei Gruppen eingeteilt, die vom Notendurchschnitt her die gleiche Leistungsstärke haben. Eine Gruppe macht vor der Englischstunde Sport, die andere nicht. Im Anschluss an die Stunde erfolgt ein Wissenstest. Abgefragt werden Inhalte der Unterrichtseinheit.

Wenn die interne Validität umgesetzt sein soll, müssen alle anderen Einflüsse, die die Leistung der Schüler im Test beeinflussen könnten, so gering wie möglich gehalten werden. Deshalb müssen alle die gleiche Stunde vom selben Lehrer besucht haben. Auch der Test muss zur gleichen Zeit erfolgen. Außerdem darf es nicht gestattet werden, dass die Schüler etwas essen oder trinken, da dies das Energielevel und die kognitiven Fähigkeiten positiv wie negativ beeinflussen könnte. Wenn alle Schüler die gleiche Bedingungen hatten und sich die Gruppen nur durch die Teilnahme beziehungsweise Nichteilnahme am Sport unterscheiden, isr eine gute interne Validität gegeben.

Störfaktoren der internen Validität

Welche Faktoren / Situationen gefährden also die interne Validität? – Diese Frage sollten sich alle stellen, die eine wissenschaftliche Arbeit umsetzen. Denn Störfaktoren gefährden den Wert der Untersuchung, die durch den negativen Einfluss weniger Aussagekraft hat.

  • Typische Störfaktoren sind unter anderem:
  • falsche Auswahl der Probanden
  • äußere Einflüsse, die nicht vorhersehbar und / oder nicht beherrschbar sind
  • Testeffekte
  • Veränderungen bei den Methoden der Messung
  • statistische Effekte
  • fehlende Compliance der Probanden²

Wie lassen sich diese ungünstigen Faktoren vermeiden? Zwei Beispiele sollen dies exemplarisch erläutern:

Wenn wir das obige Beispiel der Schüler nehmen, sind Fehler bei der Probandenauswahl unbedingt zu vermeiden. So könnte es beispielsweise sein, dass ein erkrankter Schüler am Sport teilnimmt, weil es der Test erfordert. Sein Englischtest fällt dann vielleicht aus Krankheitsgründen schlechter aus und verzerrt das Ergebnis der wissenschaftlichen Untersuchung. Auch ist es möglich, dass Schüler einen unbeliebten Lehrer ärgern wollen, indem sie einen schlechten Test schreiben. Es ist also wichtig, nach durchdachten Kriterien eine gute Auswahl von Probanden zu treffen. Dies kann die interne Validität erfreulich steigern.

Ein anderes Beispiel ist die Überprüfung einer bestimmten Ernährung und ihres Nutzens auf die Gewichtsabnahme. Hier könnte es sein, dass Probanden vor den Gewichtsmessungen Sport treiben, um ein gutes Testergebnis umzusetzen. Das reduzierte Gewicht ist dann jedoch auf eine andere Variable – nämlich die Bewegung – zurückzuführen. Auch dann ist die interne Validität – also der richtige Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung – nicht mehr vorhanden. Je detaillierter der Verhaltensplan für die Probanden ist, umso besser kann auch die interne Validität verwirklicht werden.

Interne Validität vs. externe Validität

Das Gütekriterium der Validität teilt sich in die interne Validität und die externe Validität auf. Externe Validität hinterfragt, ob die Ergebnisse von wissenschaftlichen Untersuchungen verallgemeinert werden können. Dies macht jedoch nur dann Sinn, wenn eine wissenschaftliche Untersuchung bereits eine gute interne Validität hat. Denn dies ist die Basis für jede weitere Forschung.

Die Unterschiede noch einmal aufgelistet:

Interne Validität Externe Validität
bezogen auf die jeweilige Untersuchung verfolgt die Verallgemeinerung von Testergebnissen
beurteilt die spezielle Gültigkeit der jeweiligen Versuchsanordung beurteilt die allgemeine Gültigkeit der Versuchsanordung
betrachtet den kausalen Zusammenhang zwischen unabhängiger und abhängiger Variable bezieht äußere Einflüsse besonders ein
oft Laborexperimente oft Feldversuche
meist wichtigstes Kriterium zweitrangiges Kriterium, das erst nach einem Experiment verfolgt wird

Gut zu wissen: Eine hohe interne Validität bedeutet nicht automatisch, dass auch die externe Validität einen hohen Wert erreicht. Manchmal ist sogar genau das Gegenteil der Fall. Denn je besser die interne Validität für ein bestimmtes Testprojekt umgesetzt wurde, umso weniger wahrscheinlich ist es, dass der Testaufbau auch für andere Umgebungen und Fälle passt. Generell sollte die interne Validität priorisiert werden und – falls die Testungen breitflächiger angelegt werden sollten – erst dann die externe Validität als Gütekriterium stärker forciert werden.³

Häufig gestellte Fragen

Die interne und externe Validität zählt zu den Hauptgütekriterien, nach denen wissenschaftliche Arbeiten beurteilt werden. Durch die interne Form der Validität wird sichergestellt, dass der Inhalt der Untersuchung den kausalen Zusammenhang zwischen unabhängigen und abhängigen Variablen widerspiegelt.

Die interne Form der Validität begutachtet den Kausalzusammenhang der Forschung. Die externe Validität ist dann gegeben, wenn sich die Ergebnisse der jeweiligen Forschung bezüglich Konstrukt und Kriterien der Untersuchung auch auf andere Gegebenheiten außerhalb der eigentlichen Arbeit übertragen lassen.

Kern einer wissenschaftlichen Arbeit ist es zu beweisen, wie sich eine Variable in Abhängigkeit einer veränderten Ausgangssituation ändert. Der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung wird eindeutig nachgewiesen – und das Ziel der Arbeit erfüllt.

Es gibt eine ganze Reihe von Faktoren, die den Grad der internen Validität und damit auch die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit beeinflussen. Dazu zählen vor allem die Sorgfalt bei der Auswahl von Probandinnen und Probanden, falsche Antworten oder äußere Einflüsse, die nicht beherrschbar sind.

Natürlich – denn Reliabilität kennzeichnet die Zuverlässigkeit von Forschungsergebnissen. Und desto besser die interne Validität gegeben ist, umso besser sind Tests und deren Ergebnisse auch reproduzierbar.

Quellen

¹ Prof. Dr. Rey, Günter Daniel: Validität, in: Methoden der Entwicklungspsychologie, o.D., [online] http://www.methoden-psychologie.de/validitaet_experiment.html (22.08.2022)

² TU Dresden: Interne Validität, in: TU Dresden, 10.02.2017, [online] https://versuch.file2.wcms.tu-dresden.de/w/index.php/Interne_Validit%C3%A4t (22.08.2022)

³ TU Dresden: Externe Validität, in: TU Dresden, 10.02.2017, [online] https://methpsy.elearning.psych.tu-dresden.de/mediawiki/index.php/Externe_Validit%C3%A4t (22.08.2022)