Validität – alles, was du wissen musst!

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Validität

Damit die Ergebnisse deiner Forschung sinnvoll interpretiert werden können, sollten deine Untersuchungen nach entsprechenden Gütekriterien geprüft werden. Die Validität gehört zu den wichtigsten Gütekriterien für die quantitative Forschung. Sie hilft dir dabei die Qualität deiner Forschung zu gewährleisten und sie nachvollziehbar zu erläutern.

Häufig gestellte Fragen

Gemessen wird der Grad der Genauigkeit, mit der das zu messende Konstrukt erfasst wird. Dabei werden nicht nur die Methoden der Untersuchung, sondern auch die Übertragbarkeit der Ergebnisse betrachtet. So wird die Gültigkeit der Forschungsergebnisse bewertet.

Gütekriterien dienen in der Forschung dazu eine zielgerichtete Messung und möglichst genaue Ergebnisse zu gewährleisten. Nur so können die erhobenen Daten und die Ergebnisse sinnvoll interpretiert werden.

„Validus“ kann „wirksam“ oder „gültig“ bedeuten. So wird die Gültigkeit von Forschungsergebnissen für die Wissenschaft bezeichnet.

Die Gültigkeit von Test- und Messverfahren kann von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden. Dazu gehören die Methoden der Datenerfassung, Mehrdeutigkeit oder äußere Störfaktoren.

Grundsätzlich kann zwischen der internen und der externen Validität unterschieden werden. Diese Validitätsarten können in weitere Unterkategorien eingeteilt werden, je nach den Ansatzpunkten innerhalb des Forschungsprozesses.

Definition: Validität

Die Validität ist neben der Reliabilität und der Objektivität eines der Gütekriterien für die quantitative Forschung. Sie ist wichtig für die Bewertung von Umfragen, Experimenten oder auch von systematischen Beobachtungen. Dieses Gütekriterium dient zur Messung der Gültigkeit der Forschungsergebnisse. Es wird der Grad der Genauigkeit bestimmt, mit dem das zu messende Merkmal erfasst wird. Es geht darum, ob die Messung wirklich das misst, was sie messen soll. Damit sollen systemische Fehler vermieden werden, die deine Forschungsergebnisse kontinuierlich beeinflussen würden. So kann die Gültigkeit der Forschungsergebnisse für die Wissenschaft bemessen werden.

Arten von Validität

Arten von Validität

Um die Gültigkeit deiner Ergebnisse zu beurteilen, kannst du verschiedene Ansatzpunkte wählen. Diese Ansatzpunkte innerhalb des Forschungsprozesses unterscheiden die verschiedenen Validitätsarten. Im Groben kannst du zwischen der internen und der externen Validität unterscheiden. Diese beiden Arten beschreiben die Gültigkeit der erzielten Ergebnisse und ihre Allgemeingültigkeit.

Innerhalb dieser Validitätsarten ist die Unterteilung in weitere Validitätsarten möglich. Dazu gehören die Inhalts-, die Konstrukt- und die Kriteriumsvalidität. Die verschiedenen Validitätsarten beeinflussen einander in der Regel gegenseitig und können auch in einem Spannungsverhältnis zueinander stehen.

Externe Validität

Externe Validität

Diese Validitätsart bemisst die Möglichkeit die Ergebnisse der Forschung zu übertragen und bezeichnet damit den Grad ihrer Allgemeingültigkeit. Sie ist hoch, wenn die gemessenen Ergebnisse auch außerhalb deiner Forschung anwendbar sind. Bei der Bemessung dieser Validitätsart spielen der zeitliche Faktor, der Situationsfaktor und der Populationsfaktor eine wichtige Rolle. Der zeitliche Faktor besagt, wie lange die Ergebnisse als gültig betrachtet werden können. Bei dem Populationsfaktor wird die Möglichkeit betrachtet die Ergebnisse auf andere Gruppen zu übertragen.

Dabei sind ethnische, geografische oder sozialökonomische Unterschiede zu beachten. Bei dem Situationsfaktor wird gefragt, ob die gemessene Stichprobe auf eine Gesamtheit übertragen werden kann. So können unter anderem bei Untersuchungen im Labor Verzerrungen auftreten, die bei einer Feldforschung nicht zu beobachten sind.

Konstruktvalidität

Die Konstruktvalidität bezeichnet wie genau das zu messende Konstrukt umrissen ist. Dafür wird der Grad der Übereinstimmung zwischen dem zu messenden Konstrukt und vergleichbaren Studien betrachtet. Eine konvergente Validität bezeichnet eine hohe Korrelation mit vergleichbaren Tests, während eine diskriminante Validität eine niedrige Korrelation mit Messungen für andere Konstrukte benennt. Die genaue Definition des zu messenden Konstrukts ist zudem eine Voraussetzung für eine hohe Inhaltsvalidität.

Kriteriumsvalidität

Neben der Konstruktvalidität ist auch die Kriteriumsvalidität eine Unterkategorie der externen Validität. Die Kriteriumsvalidität bezieht sich auf die Messungen von relevanten Drittvariablen. Die Messungen von vergleichbaren Kriterien, die sich auf ein ähnliches Konstrukt beziehen, sollten eine möglichst hohe Korrelation mit den Messungen deiner Untersuchung aufweisen. Die retrospektive, konkurrente und prognostische Validität bezeichnen die zeitliche Erfassung weiterer Kriterien. Die Übereinstimmung mit vorherigen, gleichzeitigen oder späteren Messungen kann genutzt werden, um die Übereinstimmung wischen Studien- und Schulabschlüssen zu betrachten.

Interne Validität

Interne Validität

Die interne Validität bezeichnet die Identifikation von Störfaktoren und die Bewertung ihres Einflusses auf die Ergebnisse der Forschung. Störvariablen sind unter anderem die Merkmale der Versuchspersonen oder äußere Faktoren. Zu äußeren Faktoren kann zum Beispiel eine finanzielle Situation zählen, die das Wahrnehmen von Freizeitaktivitäten einschränkt. Den Störfaktoren kannst du durch die Konstruktion und die Anordnung von Fragen oder durch ein vorbereitetes Untersuchungsumfeld entgegenwirken.

Inhaltsvalidität

Die Inhaltsvalidität ist eine Unterkategorie der internen Validität. Für eine hohe Inhaltsvalidität sollten die Methoden der Datenerhebung auf das zu messende Konstrukt zugeschnitten sein. So stellen die Inhalte der Untersuchung eine repräsentative Auswahl der zu erfassenden Merkmale dar. Dafür sollten alle relevanten Merkmale abgedeckt sein und irrelevante Determinanten vermieden werden. Die Inhaltsvalidität spielt unter anderem bei Intelligenztests oder Tests von speziellen Fachkenntnissen eine wichtige Rolle. Der Test sollte so konstruiert sein, dass das zu betrachtende Konstrukt möglichst realitätsnah abgebildet wird.

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Beispielformulierungen für deine Validität

In wissenschaftlichen Arbeiten solltest du deinen Lesern dein Vorgehen erklären. So können die Leser deine Methodiken besser nachvollziehen und die Gültigkeit der erzielten Ergebnisse kann verdeutlicht werden. Diese Erklärungen zu deinem Vorgehen kannst du nicht nur bei der Erläuterung deiner Methodik, sondern auch bei der Darstellung der Untersuchung nutzen. Formulierungen für die Erläuterung der Gültigkeit der Forschung können in etwa so aussehen:

„Die Gültigkeit des Versuchsablaufs wird durch den durchgehenden Einsatz von … gewährleistet.“

„Die interne Validität wird durchgehend gewährleistet, da die Störvariablen … und … erkannt und ausgeschlossen wurden.“

„Die Ergebnisse der Untersuchungen können auf den Bereich … übertragen werden. Damit wird die externe Validität der Forschung gewährleistet.“

Die Formulierungen sollten der Validitätsart entsprechen. Die Leerstellen können mit deinen Argumenten und deinen Validitätskriterien gefüllt werden.

Zusammenfassung

  • Die Validität ist ein Gütekriterium für Mess- und Testverfahren der quantitativen Forschung.
  • Gemessen wird der wie genau das zu messende Merkmal oder Konstrukt erfasst wird.
  • Das Gütekriterium bewertet die Gültigkeit der Forschungsergebnisse und ihre Übertragbarkeit.
  • Je nach Ansatzpunkt im Forschungsprozess wird zwischen verschiedenen Validitätsarten unterschieden.
  • Die interne Validität bezeichnet die Identifizierung und Bewertung von Störfaktoren innerhalb der Untersuchung.
  • Durch die Übertragbarkeit der Ergebnisse und ihre Generalisierbarkeit wird die externe Validität erhöht.
  • Eine an das zu messende Konstrukt angepasste Methodik gewährleistet eine möglichst realitätsnahe Abdeckung aller relevanten Eigenschaften des Konstrukts.
  • Eine genaue Definition des zu messenden Konstrukts und eine Übereinstimmung mit vergleichbaren Studien erhöht die Konstruktvalidität.
  • Um die Kriteriumsvalidität zu erhöhen, wird die Korrelation mit relevanten Drittvariablen vergleichbarer Messungen betrachtet.
  • In wissenschaftlichen Arbeiten sollten die Methodiken zur Gewährleistung genau erläutert werden, damit die Gültigkeit der erhobenen Ergebnisse nachvollziehbar ist.