
Vor jeder wissenschaftlichen Arbeit ist es wichtig, dezidiert zu bestimmen, worüber du schreiben möchtest. Ein Exposé ist eine gute Möglichkeit, um dich mit Dozenten über den geplanten Inhalt deiner Arbeit zu verständigen und den Schreib- und Forschungsprozess zu strukturieren. Im Exposé bestimmst du die Forschungsfrage, thematische Schwerpunkte und versuchst dich an einer unverbindlichen Inhaltsangabe.
Definition: Exposé
Ein Exposé ist ein ausformulierter Text, der dazu dient, eine das Vorgehen und Aufbau und Gliederung zu planen. Auch wenn es kein literarisches Werk ist, sollte es sprachlich klar formuliert sein, die Forschungsfrage der Arbeit festhalten und summarisch über den aktuellen Forschungsstand informieren. Ferner schilderst du dein beabsichtigtes Vorgehen und welcher wissenschaftlichen Methodik du dich bedienen möchtest.
Darüber hinaus kann das Exposé verwendet werden, um sich mit Kommilitonen, Betreuern und weiteren Teilnehmern des wissenschaftlichen Diskurses über die geplante Arbeit auszutauschen. Es zurrt den roten Faden fest und ermöglicht frühe Verbesserungsmöglichkeiten, die sich nachhaltig auf den gesamten Schreib- und Forschungsprozess auswirken.
In manchen Fällen kann es auch dazu dienen, eine Zusammenarbeit mit anderen Forschern vorzubereiten, für ein Forschungsprojekt zu werben oder eine Idee festzuhalten, um sie zu einem späteren Zeitpunkt abrufen und bearbeiten zu können.
Kurzum: Das Exposé ist die Verständigungsgrundlage für dein wissenschaftliches Projekt schlechthin.
Umfang
Ein Exposé kann, je nach Beschaffenheit der Arbeit, vier bis fünfzehn Seiten umfassen. Diese Angabe ist nicht verpflichtend (und generell musst du dir beim Verfassen keine Sorgen über den Mindestumfang machen), soll aber verdeutlichen, dass bereits eine kurze Übersicht genügen kann, um detailliert über dein wissenschaftliches Vorhaben zu informieren.
Ziele
- Überzeugen: Leser/Hörer von der Wichtigkeit und Relevanz des Themas überzeugen.
- Informieren: Die zentralen Inhalte, Fragen oder Lösungsansätze kurz darstellen.
- Interesse wecken: Neugierde erzeugen, um die Zielgruppe weiterzuführen.
- Klarheit bieten: Eine klare Struktur und Argumentation für einfaches Verständnis bieten.
- Entscheidungsgrundlage: Bei wissenschaftlichen Arbeiten oder Projekten als Grundlage für die Bewertung dienen.
- Handlungsaufruf: In Geschäftskontexten zur nächsten Handlungsstufe ermutigen (z. B. Investition, Kooperation).
Gründe
Es erfordert großen kognitiven Aufwand, eine wissenschaftliche Arbeit zu verfassen. Ohne strukturierte Arbeitsprozesse wären selbst erfahrene Studierende und Wissenschaftler schnell überfordert.
Das Exposé ist die erste Möglichkeit, die losen Bestandteile deiner bisherigen Recherche zu sinnvollen Einheiten zusammenzuführen, abzuwägen und gegenüberzustellen. Dadurch fällt es leichter, eine konkrete Fragestellung aus dem wissenschaftlichen Potpourri deiner Vorgänger zu entwickeln.
Es liefert dir zudem Material, um im Vorfeld abzuklopfen, wie erfolgversprechend dein Forschungsprojekt ist. Es wirkt nicht nur professionell, mit einem ausgearbeiteten Exposé zum Sprechstundentermin deines Betreuers zu erscheinen, sondern ermöglicht ihm zusätzlich, dir mit präziseren Verbesserungsvorschlägen weiterzuhelfen.
Vor- und Nachteile
Die folgende Tabelle zeigt dir die Vor- und Nachteile eines Exposés und kann dir dabei helfen, ob du auch eins schreiben willst:
Vorteile | Nachteile |
Unverbindliche Grundlage | Zusätzlicher Zeitaufwand |
Struktur im Arbeitsablauf | Mögliche Mehrarbeit bei späteren Änderungen |
Grundlage für Beratungsgespräche | Erfordert präzise Formulierungen bereits in der Planung |
Übersichtlichkeit der gesamten Planung | Nicht alle Details sind zu Beginn analysierbar |
Hilfe bei der Themenfindung | Kann zu frühzeitiger Festlegung auf ein Thema führen |
Abspeicherung von Informationen für spätere Bearbeitung | Gefahr, dass die Ausarbeitung veraltetet, wenn das Projekt sich stark entwickelt |
Kommunikationsgrundlage im wissenschaftlichen Diskurs | Abhängigkeit von Rückmeldungen, die den Zeitplan verzögern können |
Aufbau und Gliederung
Das Exposé hat in erster Linie einen strukturstiftenden Zweck. Im Folgenden findest du vorbereitende Schritte, die dich dabei unterstützen, diesen zielführend zu erfüllen. Außerdem erhältst du eine beispielhafte Gliederung, nach der du deine Planungsgrundlage gestalten kannst.
In folgende Phase lässt sich das Schreiben des Exposés einteilen:
- Recherchephase: In dieser Phase werden relevante Informationen und Theorien gesammelt. Ziel ist es, ein fundiertes Verständnis des Themas zu entwickeln und erste Ideen zu skizzieren.
- Strukturierte Planung: Hier werden der Aufbau und die Inhalte festgelegt. Dazu gehören die Gliederung der Inhalte, die Definition der Haupt- und Unterpunkte sowie die Entscheidung, welche Informationen in welcher Reihenfolge präsentiert werden.
- Schreibprozess: In der Phase erfolgt die eigentlich Ausformulierung und Verfeinerung des Textes. Die gesammelten Inhalte werden in klare, wissenschaftliche Formulierung gebracht, erste Argumentationslinien werden entwickelt und Übergänge zwischen den Abschnitten ausgearbeitet.
- Überarbeitung: Anschließend wird es kritische analysiert. Dazu gehört die inhaltliche Optimierung, sprachliche Präzisierung, das Schließen möglicher Logiklücken sowie die formale Anpassung an die Vorgaben der Hochschule oder Betreuenden.
Diese Phasen verdeutlichen die schrittweise Entwicklung der Vorgänge, die vom ersten Sammeln von Informationen bis zur finalen Optimierung des Textes führen.
Prinzipiell gilt: Das Exposé soll deine Arbeit unterstützen.
Wenn du der Ansicht bist, dass du bestimmte Teilelemente nicht benötigst, dir dort noch unsicher bist oder andere Aspekte hervorheben möchtest, kannst du die Struktur beliebig anpassen. Zudem lohnt es sich, bestehende Unsicherheiten gegenüber deinem Betreuer offen anzusprechen.
Vorbereitende Schritte
Folgende Schritte helfen dir dabei, dich auf dein Exposé vorzubereiten:
- Exzerpte der gelesenen Fachliteratur anfertigen
- Gedanken zum Thema verschriftlichen und strukturieren
- Forschungsmethoden sichten und eine geeignete Auswahl treffen
- klare Grenzen der Forschungsfrage bestimmen und ihre Relevanz darlegen
- Definitionen aller verwendeten Analysegegenstände erarbeiten
- Sprechstundentermine der Betreuer wahrnehmen (vorher konkrete Fragen notieren)
Aufbau des Exposés
Auf folgendes solltest du beim Schreiben achten:
- Zielgruppenanalyse: Anpassung der Projektskizze an die Leser/Hörer
- Klarheit und Präzision: Vermeidung von Unklarheiten und Redundanzen
- Struktur und Fluss: Logische Abfolge der Informationen
Der Aufbau des Exposés beinhaltet verschiedene Abschnitte, die sich mit verschiedenen Themen befassen:

1. Deckblatt
Das Deckblatt dient der Einordnung deiner Arbeit und beinhaltet
- deinen Namen,
- den deines Betreuers,
- gegebenenfalls den Seminartitel,
- Kontaktdaten sowie
- den Arbeitstitel deiner Arbeit.
Es empfiehlt sich zudem, darauf hinzuweisen, dass es sich nur um eine Projektskizze und nicht um die Arbeit selbst handelt.
2. Forschungsfrage
Du kannst die zentrale Forschungsfrage bereits auf dem Deckblatt erwähnen, sie im ersten Abschnitt des Fließtextes entwickeln oder in einem Abstract zum Ausdruck bringen.
Wichtig:
Die Forschungsfrage muss klar und unmissverständlich erkennbar sein. Sowohl das Exposé als auch die spätere Arbeit müssen sich an ihr orientieren und messen lassen.
3. Anlass und Forschungsstand
Zu Beginn umreißt du den Forschungsgegenstand und argumentierst, warum es sinnvoll ist, ihm eine wissenschaftliche Arbeit zu widmen. Anlässe für eine wissenschaftliche Arbeit können zum Beispiel:
- Beiträge zur Klärung einer laufenden Debatte,
- die Überprüfung bestehender Thesen unter anderen Gesichtspunkten (und Methoden) oder
- die Einordnung neuer Analysegegenstände respektive Datensätze
sein. Anschließend (oder damit verwoben) solltest du einen Überblick über die wichtigsten Forschungsbeiträge schaffen, die bereits zu deinem Thema verfasst wurden.
4. Methodik
Beim Exposé solltest du besonderen Stellenwert darauflegen, deine wissenschaftliche Herangehensweise zu schildern. Jeder Fachbereich verfügt über eine eigene Methodenvielfalt. Wähle eine geeignete Methodik aus und erläutere sie, um transparent zu machen, wie du die Forschungsfrage zu beantworten gedenkst.
5. Unverbindliche Struktur
Am Ende des Fließtextes formulierst du die geplante Reihenfolge deiner Arbeitsschritte. Des Weiteren lohnt es sich, bereits eine erste Inhaltsangabe mit den entsprechenden Seitenzahlen anzufertigen. Du kannst diese Angaben später als Leitlinie nutzen, um deine Arbeit besser zu organisieren, und jederzeit an neue Erkenntnisse anpassen.
6. Literaturangaben
Im Literaturverzeichnis erwähnst du einerseits die von dir verwendeten Quellen, die du beim Schreiben deiner Projektskizze genutzt hast, und andererseits Literatur, die du in deiner Arbeit verwenden möchtest.
Exposé Beispiel
Im folgenden Exposé Beispiel siehst du den typischen Aufbau. Achte beim Erstellen deines Konzepts für die Abschlussarbeit jedoch unbedingt darauf, die spezifischen Vorgaben deiner Universität oder Hochschule einzuhalten.
Alle Beiträge zum Exposé
Häufig gestellte Fragen
Kurz erklärt ist ein Exposé der ausformulierte Ablaufplan einer wissenschaftlichen Arbeit. Es dient dir also als roter Faden beim Schreiben deiner Haus- und Abschlussarbeiten.
Das Exposé sollte folgende Elemente beinhalten:
- Einprägsame Titelwahl
- Einleitung: Problemstellung, Ausgangssituation und Motivation
- Hauptteil: Struktur, Argumentation, Nutzen für die Zielgruppe
- Schluss: Fazit und Ausblick
Je nach Umfang der wissenschaftlichen Arbeit kann das Schreiben des Exposés wenige Stunden bis mehrere Tage beanspruchen.
Ein Exposé sollte möglichst früh im Entstehungsprozess einer größeren Arbeit verfasst werden, da es die wissenschaftliche Ausarbeitung maßgeblich unterstützt.
Ein Exposé sollte aufschlussreich über die geplante Arbeit informieren. Du darfst jedoch auf Leerstellen verweisen, die dir noch Probleme bereiten.