Apostroph – So wird er richtig eingesetzt

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Apostroph Definition

Das hochgestellte Komma, wie der Apostroph auch bezeichnet wird, muss nach strengen Regeln eingesetzt werden. Allerdings weicht die deutsche Sprache hier immer wieder ab – und das führt oft zu Missverständnissen. Umso wichtiger ist es, die Details rund um dieses Satzzeichen zu können. In diesem Beitrag erfährst du alle relevanten Informationen dazu.

Apostroph „einfach erklärt“

Der „Apostroph“ ist ein hochgestelltes Komma (´), das Auslassungen bzw. den Ausfall eines Lautes oder einer Silbe in entsprechenden Wörtern kennzeichnet und dem Lesefluss dient. Jedoch wird das Apostroph nur bei den Genetivformen von Namen verwendet, die auf einen S-Laut enden.

Definition: Apostroph

Der Apostroph wird auch als Auslassungszeichen oder Hochkomma bezeichnet. Er zählt zu den orthografischen Satzzeichen und wird dafür genutzt, Auslassungen in den relevanten Wörtern zu kennzeichnen. Allerdings wird er immer wieder falsch gesetzt, denn eigentlich benötigst du dieses Satzzeichen lediglich bei den Genitivformen von Namen, die auf einen S-Laut enden

Wann muss ein Apostroph gesetzt werden?

Als Hochkomma und Auslassungszeichen erfüllt dieses Satzzeichen gleich mehrere Funktionen, die sich anhand von zwei Fällen beschreiben lassen:

Ein Name endet auf ’s‘ oder eine Endung, die ähnlich klingt wie -ß, -ss, -z, -tz, -x oder -ce soll im Genitiv verwendet werden. Dann verwendest du das Satzzeichen folgendermaßen:

Beispiel:

Falsch: Maurices Jacke
Richtig: Maurice‘ Jacke

Falsch: Iriss Pflaumenkuchen
Richtig: Iris‘ Pflaumenkuchen

Falsch: Beatrixs Job
Richtig: Beatrix‘ Job

Willst du Buchstaben eines Wortes auslassen, musst du ebenfalls dieses Satzzeichen einfügen, um das inhaltliche Verständnis zu erleichtern. Meist wird diese Funktion von Dichtern bei Wörtern benutzt, die sonst nur schwer verständlich sind.

Beispiel:

Falsch: DDorf für Düsseldorf
Richtig: D’Dorf für Düsseldorf

Falsch: s ist schon gut
Richtig: ’s ist schon gut

Wann darf kein Apostroph gesetzt werden?

Im Gegensatz dazu darfst du den Apostroph auf keinen Fall verwenden, wenn du mit dem Genitiv eines Namens arbeitest, der nicht auf einen S-Laut endet.

Beispiel:

Falsch: Opa’s Brille
Richtig: Opas Brille

Falsch: Mama’s Braten
Richtig: Mamas Braten

Falsch: Karla’s Bauch
Richtig: Karlas Bauch

Eine weitere Möglichkeit, die fälschlicherweise häufig mit einem Apostroph in Verbindung gebracht wird, insbesondere bei Wörtern aus der englischen Sprache oder bei Abkürzungen, ist der Plural. Verwirrend ist dabei natürlich, dass der Plural im Englischen mit einem ‘s’ gebildet wird.

Beispiel:

Falsch: viele Lkw’s
Richtig: zahlreiche Lkws

Falsch: seltene CD’s
Richtig: seltene CDs

Falsch: französische Baguette’s
Richtig: französische Baguettes

Hier kann ein Apostroph gesetzt werden

Grundsätzlich gibt es einige Fälle, in denen du durchaus ein Apostroph setzen kannst – aber eben nicht musst. Wie du am besten vorgehst, hängt dann vom jeweiligen Standard, aber auch deinen individuellen Präferenzen ab. Zu den gängigen Gelegenheiten gehören

  • die gesprochene Sprache,
  • Namensadjektive und
  • verkürzte Pronomen.

Gesprochene Sprache

Bei der gesprochenen Sprache kann das Apostroph wie folgt gesetzt werden:

Beispiel:

  • So’n Blödsinn!
  • Wir sehen uns nach’m Mittagessen.
  • Schwarze Katze auf’m Dach.

Es gibt aber durchaus auch etablierte Phrasen, die aus der gesprochenen Sprache stammen und keiner Kennzeichnung mehr bedürfen – und das, obwohl hier Buchstaben ausgelassen werden. Dann kannst du auf einen Apostroph verzichten:

Beispiel:

  • Zu der Uni → zur Uni
  • Zu dem Büro → zum Büro
  • auf das Schiff → aufs Schiff
  • vorne im Geschäft → vorn im Geschäft

Namensadjektive

Auch bei den sogenannten Namensadjektiven kann ein Apostroph eingesetzt werden, wie die folgenden Beispiele zeigen:

Beispiel: 

  • Das ohmsche Gesetz → Das Ohm’sche Gesetz
  • Die maxwellsche Gleichung → Die Maxwell’sche Gleichung
  • Die grimmschen Märchen → Die Grimm’schen Märchen

Wichtig: Entscheidest du dich für die Schreibweise mit Apostroph, dann achte auf die Großschreibung der Adjektive.

Verkürzte Pronomen

Werden Pronomen mit dem vorhergehenden Wort zusammengezogen, musst du ebenfalls kein Satzzeichen verwenden – wenn du das willst.

Beispiel: 

  • Gib es herüber! → Gibs rüber!
  • Wie geht es? → Wie gehts?
  • Wem es gefällt! → Wems gefällt!

So erkennst du den richtigen Apostroph

De facto gibt es in geschriebenen Texten ausschließlich eine Form des Apostrophs, die korrekt ist – und die erinnert in einer Serifen-Schrift an eine kleine Neun: ’

In der Praxis werden jedoch alle möglichen Zeichen verwendet wie offene Anführungszeichen, Akzente oder einfache Kodierungszeichen – und alle sind falsch.

Der Grund für die falschen Anwendungen liegt in den Tastaturen, die erst mit einer bestimmten Tastenfolge, nämlich Alt + 0146, das gewünschte Zeichen auf den Bildschirm zaubern – und das auch nur, wenn du die Ziffern des Nummernblocks auf der rechten Seite der Pfeiltasten zur Eingabe benutzt.

Wichtig: Auch der Apostroph kann eine Herausforderung darstellen, wenn du eine wissenschaftliche Arbeit schreibst – eine Rechtschreibprüfung dient dir als Hilfe.

Häufig gestellte Fragen

Ein Apostroph muss sein, wenn du den Genitiv von Namen bilden möchtest, die auf einen S-Laut enden. Darüber hinaus solltest du das Satzzeichen setzen, wenn du bei Wörtern Auslassungen planst.

Es gibt diese Fälle, in denen beide Varianten möglich sind – und zwar bei der Verschriftlichung gesprochener Sprache, bei Namensadjektiven, die dann unbedingt großgeschrieben werden müssen sowie bei verkürzten Pronomen.

In zwei Fällen darfst du auf keinen Fall ein Apostroph verwenden: wenn du den Plural von Wörtern bildest oder den Genitiv von Namen, an deren Ende kein S-Laut steht.

Du kannst genau eine mögliche Schreibweise verwenden, die korrekt ist – und wie eine hochgestellte winzige Neun aussieht. Du kannst in allen Programmen die Tastenkombination „Alt + 0146“ über das Ziffernfeld oder „Shift + #“ in Schreibprogrammen verwenden.

Nutzt du Akzente, einfache Kodierungs- oder offene Anführungszeichen, wie es so oft der Fall ist, dann riskierst du einen Fehler.

Quellen

¹ Universität Oldenburg: Wissenschaftliche Analyse Apostroph, in: Seminar „Zweifelsfälle des Deutschen“, 2020 [online] https://wp.uni-oldenburg.de/zweifelsfaelle/wissenschaftliche-analyse-apostroph/ (abgerufen am 29.09.2022)