
Falzarten beschreiben die unterschiedlichen Methoden, ein bedrucktes Papier kontrolliert zu falten. Beim Falzen entsteht durch gezielte Brüche eine kompakte, gut handhabbare Form, ohne dass Seiten getrennt oder geklebt werden müssen. Je nach Falzart verändern sich Aufbau, Seitenanzahl und Wirkungsweise eines Druckprodukts deutlich. Dieser Beitrag bietet einen strukturierten Überblick über die wichtigsten Falzarten.
Falzarten „einfach erklärt“
Falzarten sind verschiedene Arten, wie Papier gefaltet werden kann. Je nach Falz entsteht ein anderes Endformat und eine andere Seitenreihenfolge. Typische Beispiele sind der einfache Mittelfalz, der Wickelfalz oder der Zickzackfalz. Sie werden bei Flyern, Broschüren oder Karten eingesetzt, um Inhalte übersichtlich zu strukturieren.
Definition: Falzarten
Beim Falzen wird ein Bogen Papier entlang einer oder mehrerer Linien so gebrochen, dass daraus ein mehrseitiges, handliches Druckprodukt entsteht. Die entstehenden Brüche nennt man Falzlinien, und ihre Anzahl sowie ihre Anordnung bestimmen die jeweilige Falzart.
Falzarten unterscheiden sich daher durch Richtung, Anzahl und Kombination der Falzungen und beeinflussen direkt den späteren Seitenaufbau. Sie ermöglichen es, größere Druckvorlagen platzsparend zu gestalten oder Inhalte logisch zu gliedern, ganz ohne zusätzliche Bindetechnik.
Viele Falzarten existieren in Varianten, die sich durch die Anzahl der Falzbrüche unterscheiden. Diese wirkt sich unmittelbar auf die Seitenzahl und das Endformat aus. Zu den typischen Varianten gehören der Zweibruch und der Dreibruch.
Zweibruch bedeutet:
- Zwei Falzlinien
- Typischerweise 6 bis 8 Seiten
- Häufig bei Wickelfalz, Zick-Zack-Falz oder Kreuzfalz
Dreibruch umfasst:
- Drei Falzlinien
- Typischerweise 8 bis 12 Seiten
- Ideal für umfangreichere Inhalte oder kompakte Faltformate
Mit jedem zusätzlichen Bruch entstehen weitere Segmente, dadurch erhöht sich die Seitenzahl, das Produkt wird kompakter und bietet mehr Möglichkeiten für die inhaltliche Strukturierung.
Überblick
Falzarten unterscheiden sich vor allem darin, wie oft und in welche Richtung ein Bogen gefalzt wird. Dadurch entstehen unterschiedliche Seitenumfänge, Formate und Aufbauformen, die jeweils eigene Vorteile für Gestaltung und Einsatzbereiche bieten.
Grundsätzlich lassen sich Falzungen in Parallelfalze, Kreuzbruchfalze und Kombifalze einteilen, jede davon mit mehreren Varianten. Die folgende Übersichtstabelle zeigt die wichtigsten Falzarten im direkten Vergleich und bietet eine erste Orientierung für die Auswahl.
| Falzart | Beschreibung | Einsatzbereiche | |
| Einbruchfalz | Einfacher Mittelbruch mit einer Falzlinie | 4 Seiten | Flyer, Grußkarten |
| Parallelfalz | Alle Falzlinien verlaufen parallel zueinander | variabel | Folder, Broschüren, Mailings |
| Wickelfalz | Mehrfach in eine Richtung gefalzt; Segmente liegen übereinander |
6-10 Seiten | Imageflyer, Produktfolder |
| Zick-Zack-Falz | Wechselseitige Falzung → Zick-Zack-Form |
6-12 Seiten | Broschüren, Infoblätter, Programme |
| Altarfalz | Zwei Flügel falzen nach innen, ohne Überlappung | 6 Seiten | Einladungen, hochwertige Folder |
| Kreuzfalz | Falzungen im rechten Winkel, Falzlinien kreuzen sich | 8-16 Seiten | Landkarten, große Übersichten |
| Taschenfalz | Falzung entsteht durch Einführen in Falztaschen (maschinell) | variabel | Beilagen, dünne Broschüren |
| Schwertfalz | Falzung durch Falzschwert zwischen rotierenden Walzen | variabel | Magazine, umfangreiche Bögen |
| Kreuz-Wickelfalz | Kombination aus Kreuzfalz + Wickelfalz | variabel | Sonderformate, mehrstufige Layouts |
| Kreuz-Zick-Zack-Falz | Kombination aus Kreuzfalz + Zick-Zack-Falz | variabel | Komplexe Faltpläne, Infobroschüren |
| Altarfalz mit Zick-Zack | Altarfalz, dessen Innenbereich zusätzlich zickzack gefalzt wird | variabel | Hochwertige Präsentationen |
| Dreibruch-Kreuzfalz | Erweiterter Kreuzfalz mit drei Bruchlinien | 12-16 Seiten | Faltkarten, Pläne, Übersichten |
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Parallelfalz
Der Parallelfalz umfasst alle Falzarten, bei denen die Falzlinien parallel zueinander verlaufen. Er zählt zu den meistgenutzten Falztechniken im Druck und eignet sich besonders für Flyer, Folder und kompakte Informationsmaterialien. Durch die parallele Falzung bleibt die Leserichtung klar strukturiert, während sich die Seitenzahl und der Umfang flexibel gestalten lassen.
Zu den wichtigsten Varianten gehören Einbruchfalz, Wickelfalz, Zick-Zack-Falz und Altarfalz.
Einbruchfalz
Beim Einbruchfalz wird das Papier einmal in der Mitte gefalzt, entweder im Hoch- oder Querformat.
Typische Eigenschaften:
- 1 Falzbruch, 4 Seiten
- Ideal für einfache Flyer, Grußkarten und Einleger
- Sehr kostengünstig und vielseitig einsetzbar
Wickelfalz
Beim Wickelfalz werden mehrere parallele Brüche so gesetzt, dass die Seiten von außen nach innen eingewickelt werden.
Kurzüberblick:
- 2–3 parallele Falzbrüche, mehrere Seiten
- Gleichmäßige, kompakte Faltung
- Häufig für Produktfolder, Speisekarten oder mehrstufige Infobroschüren
Praktischer Hinweis: Der innere Flügel sollte etwas schmaler angelegt werden, um ein sauberes Einrollen zu gewährleisten.
Zick-Zack-Falz
Beim Zick-Zack- oder Leporello-Falz werden die Seiten abwechselnd nach vorne und hinten gefalzt, sodass ein harmonikaähnlicher Effekt entsteht.
Stärken:
- 2–3 parallele Brüche, klare Segmentierung
- Hervorragend für Schritt-für-Schritt-Infos oder längere Textabschnitte
- Lässt sich gut aufklappen, ohne das gesamte Produkt zu entfalten
Typisch für Kartenmaterial, Tourismusfolder und erklärende Infoblätter.
Altarfalz
Der Altarfalz wird auch Fensterfalz genannt, weil bei dieser Falzart die beiden äußeren Flügel nach innen zur Mitte gefalzt werden und sich das Produkt wie ein „Altar“ oder „Fenster“ öffnet.
Merkmale:
- 2 parallele Falzbrüche, symmetrische Flügel
- Ideal für Ankündigungen, Einladungen und Präsentationen
- Schafft eine beeindruckende Öffnungswirkung, da der Inhalt erst beim Aufklappen sichtbar wird
Kreuzfalz
Der Kreuzfalz, auch Kreuzbruchfalz genannt, entsteht durch mehrere Falzbrüche, die im rechten Winkel zueinander liegen. Dadurch lassen sich große Inhalte auf ein handliches Format reduzieren, ohne an Übersicht zu verlieren. Die Falzart wird häufig für Landkarten, Übersichtspläne oder umfangreiche Infoblätter genutzt.
Vorteile der Kreuzfalz sind:
- Kompaktes Endformat trotz großer Ausgangsfläche
- Klare, symmetrische Struktur
- Gut geeignet für Inhalte mit vielen Informationen
Typische Varianten einer Kreuzfalz sind:
- Zweibruch-Kreuzfalz
- Dreibruch-Kreuzfalz
Taschenfalz
Der Taschenfalz ist ein Falzverfahren, bei dem das Papier durch sogenannte Falztaschen geführt wird. Dabei lenken die Taschen das Blatt gezielt ab, sodass an der gewünschten Stelle ein Falz entsteht. Dieses Verfahren eignet sich besonders für dünnere bis mittlere Grammaturen und ermöglicht eine hohe Falzgeschwindigkeit.
Typische Merkmale :
- Falzung entsteht durch Umlenkung des Papiers in Falztaschen
- Sehr präzise bei Standard-Falzarten
- Optimal für hohe Auflagen und maschinelle Verarbeitung
Einsatzbereiche der Taschenfalz sind:
- Flyer und Folder
- Beilagen und Prospekte
- Mehrfachfalzungen mit hoher Produktionsgeschwindigkeit
Schwertfalz
Beim Schwertfalz, auch Messerfalz genannt, wird das Papier durch ein vertikal absenkendes Falzmesser (Schwert) exakt an der gewünschten Position in die darunter befindlichen Falzwalzen gedrückt. Dieses Verfahren ermöglicht sehr genaue Falzungen und eignet sich auch für höhere Papierstärken, bei denen der Taschenfalz an seine Grenzen stößt.
Typische Merkmale sind:
- Falzung durch mechanischen Druck eines Falzmessers
- Sehr präzise, ideal für dickere oder empfindlichere Materialien
- Häufig in Kombination mit weiteren Falztechniken eingesetzt
Einsatzbereiche:
- Hochwertige Broschüren
- Folder mit speziellen Falzfolgen
- Materialien mit höherem Flächengewicht oder anspruchsvoller Verarbeitung
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Gestaltung & Druck
Die Wahl der passenden Falzart ist nur ein Teil des Produktionsprozesses, ebenso wichtig ist eine sorgfältige Gestaltung, die zum Format, zur Papierstärke und zur späteren Nutzung passt. Gerade beim Falzen müssen Layout, Material und Druckdaten exakt aufeinander abgestimmt sein, um saubere Bruchkanten, präzise Passungen und eine hochwertige Gesamtwirkung zu erzielen.
Die folgenden Punkte helfen dabei, typische Fehler zu vermeiden und ein professionelles Ergebnis zu erreichen:
- Dünnere Papiere (z. B. 90–135 g/m²) falzen sauberer und ohne sichtbare Risse.
- Dickere Papiere (ab ca. 170 g/m²) sollten gerillt oder genutet werden, um Brüche zu vermeiden.
- Beschichtete Papiere reagieren empfindlicher, hier ist eine Vorfalzung besonders wichtig.
- Eine Rillung verhindert, dass die Fasern beim Falzen brechen.
- Falztoleranzen von 1–2 mm sind normal, besonders bei mehreren Brüchen.
- Wichtige Gestaltungselemente (Logos, Textkanten, Linien) sollten einen Sicherheitsabstand zu den Falzlinien haben.
- Falzlinien frühzeitig ins Layout einzeichnen, um Text und Bilder korrekt auszurichten.
- Innen liegende Seiten werden schmaler, das muss bei Wickel- oder Fensterfalz berücksichtigt werden.
- Ein konsistentes Raster erleichtert die Gestaltung mehrseitiger Falzprodukte.
- Im Endformat inklusive Beschnittzugabe exportieren.
- Falzmarken optional hinzufügen, sofern die Druckerei sie benötigt.
- Farbauftrag kontrollieren: hohe Farbflächen direkt im Falzbereich können schneller brechen.
Häufige Fehler
Die Übersicht zeigt die häufigsten Fehler beim Falzen und erklärt, wie man sie vermeidet:
| Fehler | Ursache | Lösung |
| Papier reißt am Falz | Papier zu dick oder ohne Rillung | Material anpassen, Rillen lassen |
| Motiv verschiebt sich | Falztoleranzen nicht eingeplant | Sicherheitsabstände einhalten |
| Innenseiten stoßen an | Innenbahn beim Wickelfalz nicht verkürzt | Seitenbreite anpassen |
| Unebenes Faltbild | Falsche Laufrichtung | Papier in Laufrichtung falzen |
| Farbbruch | Zu hoher Farbauftrag im Falz | Flächen entschärfen oder mattieren |
Häufig gestellte Fragen
Es gibt verschiedene Falzarten: den Parallelfalz mit seinen Varianten wie Einbruch-, Wickel-, Zick-Zack-, oder Altarfalz, den Kreuzfalz, den Taschenfalz und den Schwertfalz. Zusätzlich gibt es noch kombinierte Falzarten, wie den Kreuz-Wickelfalz oder den Altarfalz mit Zick-Zack.
Beim Zick-Zack-Falz werden mehrere Brüche abwechselnd in entgegengesetzte Richtungen gelegt, sodass ein harmonikaähniger, ausklappbarer Aufbau entsteht. Dadurch lässt sich das Produkt weit auffalten und bleibt dennoch kompakt zusammengelegt.
Die passende Falzart wählt man, indem man Format, Seitenumfang und Einsatzzweck des Produkts berücksichtigt. Entscheidend ist, wie übersichtlich der Inhalt präsentiert werden soll, wie das Produkt später aufgefaltet wird und welches Papier oder welche Stärke verwendet wird.
Die Zahl der Falzarten ist vielfältig, denn je nach Technik entstehen unterschiedliche Varianten. Zu den wichtigsten gehören der Parallelfalz mit Formen wie Einbruch-, Wickel-, Zick-Zack- oder Altarfalz, der Kreuzfalz sowie spezielle Falzarten wie Taschen- und Schwertfalz. Darüber hinaus gibt es kombinierte Falzungen, etwa Kreuz-Wickelfalz oder Altarfalz mit Zick-Zack.